Welche Zeit wäre bei Usain Bolts Weltrekord möglich gewesen?
Als Usain Bolt am 16. August 2008 in Peking auf 100 Meter einen neuen Weltrekord aufstellte, obwohl er die letzten 20 Meter nur noch auslief, diskutierte die ganze Welt, welche Zeit wohl möglich gewesen wäre, hätte er auch auf die letzten Meter noch voll durchgezogen.
Auch Physiker um Hans Eriksen von der Universität Oslo stellten sich wohl diese Frage und so versuchten Sie, das Szenario auf der Basis von Filmaufnahmen nachzustellen. So analysierten sie die Beschleunigung und Geschwindigkeit von Bolt (Jamaika) un dem Zweitplazierten Richard Thompson aus Trinidad. Die ersten 4 Sekunden waren beide Läufer noch gleichauf, doch in den Sekunden 4 - 8 zog der Jamaikaner davon und entschied so das Rennen. Dabei erreichte Usain Bolt sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 43,9 km/h.
Als Bolt sich dann als sicherer Sieger fühlte und auch keine anderen Sprinter mehr in seinem Sichtfeld wahrnahm, streckte er die Arme zur Seite und trudelte aus. Ab diesem Zeitpunkt war die Geschwindigkeit von Thompson dann wieder höher als die Bolts.
Die Forscher kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass eine Zeit von 9,55 - 9,61 möglich gewesen wäre. Bei idealen Bedingungen (leichter Rückenwind) wäre sogar eine Zeit von 9,50 Sekunden drin gewesen, evtl. sogar noch etwas darunter.
Auch der Trainer des Jamaikaners äußerte sich ähnlich und spekulierte nach dem Rennen, dass eine Zeit von 9,52 wohl möglich gewesen wäre.
Bolt holte sich am 20. August dann auch noch auf die 200 Meter Gold. Er lief dabei ebenfalls Weltrekord (19,30 Sek.) und schlug den Fabelweltrekord von Michael Johnson, obwohl alle Läufer bei diesem Rennen mit einem Gegenwind von 0,9 Metern pro Sekunde zu kämpfen hatten. Er ist damit der erste Sprinter seit Carl Lewis 1982, der die 100- und auch die 200-Meter gewann.
Ein Video des Laufs findet ihr hier.
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